Pressemitteilung vom 12. Juni

An die Damen und Herren von der Presse mit der Bitte um Veröffentlichung

** altes Kasernengelände in Bensheim besetzt
** Jugendliche fordern selbstverwaltetes JUKUZ
** Haus von der Polizei geräumt

Bensheim, 12.06.2010

Im Laufe des gestrigen Abends wurde in der Rheinstraße in Bensheim eine alte Kaserne besetzt, dort sollte unter dem Namen „Juz Gretel Maraldo“ ein Jugendzentrum entstehen. Im Laufe des späten Nachmittags waren alle Vorbereitungen für eine dauerhafte Besetzung getroffen worden: Getränke, Essen, Musikanlage,
Stromaggregat, Benzin sowie reichhaltiges Informationsmaterial für Besucher_innen und Anwohner_innen. Gegen 20 Uhr begann dann die Einweihungsparty. In ausgelassener Stimmung feierten ca. 40-50 Menschen
die Eröffnung des neuen Jugend- und Kulturzentrums in Bensheim, als gegen 22 Uhr die ersten Streifenwagen eintrafen. Die Besetzer_innen machten deutlich, dass sie weder das Gebäude verlassen noch ihre Personalien
abgeben wollen. Erst als ein Großaufgebot an Polizist_innen inklusive Hunden angerückt war und deutlich wurde, dass das Jugendzentrum auf friedliche Art nicht zu halten war, beschlossen die Besetzer_innen gemeinsam, geschlossen das Gebäude zu verlassen. Trotzdem setzte die Polizei eine Personalienfeststellung aller Beteiligten durch. Um circa 24 Uhr war der Traum von einem selbstverwaltetem Jugend- und Kulturzentrum in Bensheim einmal mehr geplatzt.

Die Besetzung erfolgte auf den erdrückenden Mangel an unkommerziellen und selbstverwalteten Freiräumen in Bensheim und der Region. Es ging nicht um eine einmalige Feier, sondern darum, dauerhaft selbstgestaltete kulturelle Angebote zu schaffen. So war bereits grob breites Spektrum an Veranstaltungen für die erste Woche geplant. Die geräumte Besetzung in Darmstadt war nicht der Anlass für die Besetzung in Bensheim, unterstreicht aber, wie notwendig alternative Freiräume sind.

Der Name „Juz Maraldo“ bezieht sich auf Gretel Maraldo, eine Widerstandskämpferin der Edelweißpiraten im Dritten Reich, die am Kirchberg in Bensheim ermordet wurde. Da Gretel Maraldo und ihre Gruppe sich gegen die Militarisierung der Jugend zur Wehr setzte, schien der Name besonders passend für ein JUKUZ auf einem ehemaligen Kasernengelände.

Weitere Informationen:
Telefon: 01578 85 10 356