Unsere Perspektive: Die Besetzung

In den Medien und in der Politik wird vermutlich nicht auf unser Anliegen eingegangen werden. Die klassischen Mechanismen der Entpolitisierung und Dämonsierung werden dazu führen, dass unsere Besetzung als unpolitisch und trotzdem (oder gerade deswegen?) als »böse« denunziert wird. Es wird uns vermutlich alles Mögliche vorgeworfen werden, um zu vermeiden, dass ein Dialog mit uns seitens der Stadt stattfindet muss.

Wir wollen jedoch klarstellen: Wir sind keine gewalttätigen Chaoten, die die Kaserne aus Langeweile oder Boswilligkeit besetzt haben, sondern wir sind ganz normale Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, die lediglich Schluss machen wollen mit der jahrzentelangen Hinhalterei der städtischen Jugendbeauftragten. Uns geht es um einen selbstverwalteten Raum, den wir für uns und andere nutzbar machen wollen. Leider hat uns die Stadt überzeugt, dass das momentan mit »legalen« Mitteln nicht möglich ist, deswegen die Besetzung.
Wir erinnern an die Worte des Jugenddezernenten Schimpf der Stadt Bensheim, der auf einem der vielen (100% unproduktiven) Jugendforen verkündete: »Wenn ihr ein Juz wollt, dann müsst ihr es euch holen!« – Vermutlich wusste er damals nicht was für Auswirkungen diese Aussage haben würde. Da wir aber keine »Partylocation« haben wollen, die von der Stadt in irgendeinem Industriegebiet für teures Geld saniert wird, sondern (wie bereits gesagt) einen Freiraum, in dem mensch mehr kann als nur konsumieren, der zentral und für alle nutzbar ist, haben wir die Grenzen des Gesetzes verlassen, um unseren Traum zu leben.
Wir möchten in erster Linie die Zukunft unseres Projektes sichern. Wir sind bereit mit der Stadt zu verhandeln und gewisse Kompromisse einzugehen. Das Grundkonzept des Juz Maraldo soll jedoch erhalten bleiben. Wir sind uns bewusst, dass ein Konflikt mit der Stadt auf längere Sicht für beide Seiten hinderlich ist, deswegen streben wir eine Legalisierung des Juz Maraldo an.