16.12. Schöne Bescherung für Stadtverordnetenversammlung

Bensheim 16.12.2010: Die letzte Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bensheim im Jahr 2010 wurde von 10 gut gelaunten Weihnachtsmenschen besucht. Kurz nach Beginn der Sitzung betraten die rotgekleideten Jukuz-Aktivist_innen den Raum, und sorgten für eine kurze Unterbrechung der sonst so langweiligen Veranstaltung.

Innerhalb von wenigen Minuten wurden Geschenke an alle Anwesenden verteilt. Diese waren leer und sollten die leeren Wahlversprechen der Komunalpolitiker_innen symbolisieren. Bei den Klängen kitschiger Weihnachtsmusik und noch kitschigerem „Hohoho“-Lachens wurde die Aktion durchgeführt.

Die städtischen Verantwortlichen waren sichtlich überfordert und konnten lediglich die verteilten Erklärungen lesen und die leeren Geschenke öffnen, während die Oppositions-Fraktionen spontan klatschten.

Die Erklärung der Weihnachtsmenschen (PDF download )

Jetzt seid ihr verwirrt, was?

Die Weihnachtsmänner die soeben eure Versammlung gestört und danach wieder verschwunden sind haben euch reich beschenkt! Ihr fragt euch jetzt sicher, wodurch ihr zu diesem Vergnügen kommt…

Wir, Jugendliche aus Bensheim und Umgebung, wollen mit dieser Geschenkaktion ein Zeichen für ein Jugend- und Kulturzentrum setzen, das unseren Ansprüchen gerecht wird. Die bunt verpackten Pakete, die vor euch liegen sind nämlich genauso hübsch und leer, wie die Versprechungen des Jugendbeauftragten Matthias Schimpf. In ewigen Diskussionsrunden mit ihm bekamen wir immer wieder das Blaue vom Himmel versprochen, bisher kam jedoch nichts dabei rum… Wir fühlen uns hingehalten und gründlich verarscht! Anstatt weiter bei der Farce des sogenannten Jugendforums mitzuspielen, haben wir beschlossen unsere Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen.

Unsere Aktion ist eingebettet in eine Kampagne für ein Jugend und Kulturzentrum in Bensheim. Das jetzige Jugendzentrum ist ein schlechter Witz, da es durch seine Öffnungszeiten, seinen Aufbau, seine Lage und seiner Größe nicht im Entferntesten an das heran kommt, was wir von einem Jugendzentrum erwarten. Zur Krönung erfüllt es noch nicht einmal unsere Kernforderung nach einem Freiraum, den wir selbst verwalten können. Wir wollen uns in unserem Jugendzentrum selbstbestimmt organisieren ohne von der Stadt, noch von sonst einer Kraft in unsere Angelegenheiten hineingeredet zu bekommen. Wir wollen unser Kulturprogramm, unsere Parties und unsere Freizeit unabhängig von städtischen Interessen gestalten. Wir wollen einen unkomerziellen Raum in dem wir uns ohne Konsumzwang aufhalten und wohlfühlen können.

Da wir jedoch durch diverse Vorerfahrungen wissen das wir bei euch auf die übliche Art und Weise kein Gehör finden, haben wir uns für eine Aktion entschieden, bei der wir sicher sein können das sie für so viel Aufsehen sorgt, dass sie zumindest unseren hier vorliegenden Text lesen werden. Wir haben keine Lust mehr durch leere Versprechungen und Zusagen hingehalten zu werden. Wenn sie es nicht für nötig erachten auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ihrer Stadt einzugehen müssen wir sie durch geeignete Mittel dazu bringen sich wenigsten für einen Moment mit uns und vor allem unseren Forderungen auseinander zu setzen.

Wir werden keine Ruhe geben bis wir einen Ort haben an dem wir uns treffen und unsere eigenen Interessen frei und selbstbestimmt organisieren können.

Für ein selbstverwaltetes JuKuZ.

Viva la Maraldo!