Gretel Maraldo (geb. Mitze) wurde am 28. März 1923 in Offenbach geboren. Als sie 18 war, heiratete sie den italienischen Fliesenleger Romano Maraldo, mit dem sie 1942 ihren Sohn Tito bekam. Kurz darauf ging sie mit Mann und Kind nach Italien, weil ihr Mann den Militärdienst in seinem Heimatland ableisten musste.

Nicht lange darauf beschloss Gretel zu ihrer Familie nach Offenbach zurückzukehren. Dort schloss sich die junge Frau der Ortsgruppe der „Edelweisspiraten“ an, die sich in Offenbach „Schlangenbande“ nannte.

1944 wurde sie mit anderen GenossInnen aufgrund der „Volksschädlingsverordnung“ verhaftet und versuchte am 6. Januar 1945 zusammen mit vier weiteren Jugendlichen in die Schweiz zu entkommen. Sie wurde bereits zwei Tage später in Villingen (etwa 100 km nordwestlich des Bodensees) festgenommen und in das Gestapo Gefängnis in Bensheim abtransportiert. Eben hier, in Bensheim, sollte Gretel Maraldo am 24. März 1954 auch exekutiert werden. Auf dem Weg zum Hinrichtungsort, dem Kirchberg, versuchte sie ein letztes Mal zusammen mit einem russischen Mitgefangenen zu fliehen und wurde während des Versuches an der Kreuzung Moltkestrasse/Ernst-Ludwig-Strasse angeschossen. Ihr Mitflüchtling Romanow zog sie noch ein Stück mit sich, doch sie starb. Drei Tage vor der Befreiung Bensheims, Vier Tage vor ihrem 22. Geburtstag.

Der Grund für die Wahl ihres Namens, als Name für das neue Juz lässt sich durch zwei Dinge begründen:
Gretel Maraldo war eine Aktivistin der Edelweißpiraten, also einer Gruppe die sich den Normen des Nationalsozialismus nicht unterwerfen wollte. Das heißt auch, dass sie und ihre GenossInnen auf der Suche nach Freiräumen waren . Es wurde also beschlossen, das wir das Gebäude, das als Freiraum für die BewohnerInnen der Bergstrasse fungieren soll, nach ihr benennen um den Wunsch nach einem Juz zu bekräftigen. Des weiteren starb Gretel Maraldo in Bensheim, das Juz ist also auch eine Gedenkstätte die an sie und natürlich auch an alle anderen KämpferInnen der Freiheitsbewegung, die während des Nationalsozialismus wegen ihrer Einstellung verfolgt und erschossen oder gefangen genommen worden sind, erinnern soll.. Dieser historische Hintergrund , basierend auf der Lebensgeschichte Gretel Maraldo’s, bildet einen guten Grundstein für Austellungen und Workshops zu Themen wie den Edelweißpiraten und den 11 weiteren Gefangenen die auf dem Kirchberg transportiert und dann erschossen wurden.